Welche Versicherungen sind steuerlich absetzbar

Alle Jahre wieder – Die Steuererklärung macht uns oft zu schaffen. Eine Aufgabe, die wir ungerne immer wieder verschieben, obwohl sie uns oft einige hundert Euro Geld einbringt. Oft fehlt uns einfach das richtige Grundwissen, gerade im Bereich der Versicherungen, denn auch diese können abgesetzt werden und jeder hat sie, zumal auch Pflichtversicherungen absetzbar sind. Wer diese nicht richtig abgibt, verschenkt unter Umständen jährlich viel Geld. Doch welche Versicherungen sind absetzbar? Wir klären auf!

Zunächst einmal können sowohl private Versicherungn, wie auch beruflich bedingte Policen von der Steuer abgesetzt werden. Private Versicherungen fallen dabei in der Regel unter Sonderausgaben oder auch Vorsorgeaufwendungen, beruflich bedingte Policen werden in der Regel als Werbungskosten abgesetzt.
Bei allen privaten Versicherungen muss aber zusätzlich unterschieden werden:

  • Aufwendungen, die die Altersvorsorge betreffen
    Hierunter fallen sowohl die gesetzlichen, als auch die privaten Beiträge zur Rentenversicherung. Hier können insgesamt bis zu 76% geltend gemacht werden, wobei der Höchstbetrag bei 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro für Verheiratete liegt.
    Weitere gibt es in der Steuererklärung den Punkt „sonstige Vorsorgeaufwendungen“, die ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden können. Darunter zählt die Arbeitslosen-, Pflege-, Kranken-, Unfall, Erwerbs- und Berufsunfähigkeits, sowie Risikolebensversicherung. Bei Laufzeitbeginn vor dem 01. Januar 2005 können auch Kapitallebensversicherungen geltend gemacht werden. Unter diesem Posten dürfen alle Arbeitnehmer jährlich bis zu 1.900 Euro absetzen, Selbstständige sogar bis zu 2.800 Euro. Für Verheiratete gilt wie immer die doppelte Summe.
    Übrigens können im Bereich Krankenversicherungen sowohl gesetzliche, als auch private Krankenversicherungen von der Steuer abgesetzt werden – allerdings wird bei privaten Krankenversicherungen oft nur der Basistarif akzeptiert.
    Nicht vergessen sollte man Vorsorgeversicherungen wie Kranken- und Pflegeversicherungen für Kinder. Dieser kann oft in voller Höhe abgesetzt werden.
  • Haftpflichtversicherungen
    Eine Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Zum Glück kann auch diese steuerlich abgesetzt werden. Dazu zählen sowohl die Privathaftpflicht, als auch die KFZ-Haftpflichtversicherung. Unter dem Punkt „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ können diese zugeordnet werden.
  • Sonstige Versicherungen
    Weiter können Arbeitsrechtsschutzversicherungen steuerlich geltend gemacht werden.

Nicht steuerlich absetzbar

Nicht absetzbar dagegen sind Sachversicherungen, wie beispielsweise die Hausratsversicherung. Diese werden nur in äußersten Sonderfällen anerkannt. Ausnahme ist dann gegeben, wenn ein Arbeitszimmer Zuhause aus beruflichen Gründen nötig ist. Dann wird die Hausratsversicherung anteilsmäßig akzeptiert. Ebenso wird die Kaskoversicherung für das Auto nicht anerkannt.
Wer eine private Krankenversicherung hat, kann Zusatzleistungen wie Einbettzimmer im Krankenhaus nicht absetzen. Ebenso werden Chefarztbehandlungen nicht akzeptiert.
Sollten die oben genannten Versicherungen vom Finanzamt nicht anerkannt werden, kann schriflich Einspruch eingelegt werden. Die Frist dafür beträgt vier Wochen.

In der Regel kann jeder zwei bis drei der oben genannten Versicherungen von der Steuer absetzen, da diese fast jeder hat. Immer sollte man aber an die Pflichtversicherungen denken, die jeder hat!
Es kann sich also lohnen jedes Jahr Zeit für die Steuererklärung zu investieren.

Änderungen für das Steuerjahr 2017

Wer Inhaber einer Basis-Rente ist, kann seit 2017 einen höheren Teil der Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben und geltend machen. Für die Rürup-Rente steigt der steuerliche Höchstbetrag dabei von 22.767 auf 23.362 Euro. Der Anteil der berücksichtigten Beiträge im Bereich Sonderausgaben steigt von 82 auf 84 Prozent, das entspricht maximal 19.624 Euro.