Kilometergeld für die Steuererklärung: So wird’s berechnet

Das Kilometergeld in der Steuererklärung ist ein nicht eindeutiges Thema. Der Weg zur Arbeit beispielsweise ist kein Privatvergnügen und kann deshalb steuerlich abgesetzt werden. Dazu zählen alle Fahrten zwischen der Wohnung und Arbeitsstätte, die über die sogenannte Entfernungspauschale als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Im folgenden geben wir Tipps für die richtige Berechnung und was es aus steuerlicher Sicht zu beachten gibt.

Welche Fahrten können in der Steuererklärung angegeben werden?

Als Entfernungspauschale gilt 0,30 Euro pro Kilometer. Diese Pauschale gilt für alle Wege innerhalb des Steuerjahres zwischen der Wohnung und ersten Tätigkeit eines Arbeitsnehmers. Dabei können nur volle Kilometer abgerechnet werden, bei einer Entfernung von 47,9 Kilometern werden beispielsweise nur 47 Kilometer anerkannt. Dabei spielt übrigens keine Rolle, ob dieser Weg mit dem Auto zurückgelegt wird. Auch Wege, die mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, zählen!

Ausgangspunkt für die Berechnung dieses Weges ist dabei der Hauptwohnsitz des Arbeitgebers. Wer mehrere Wohnsitze hat, kann nur den Wohnsitz nehmen, an dem sich der Lebensmittelpunkt befindet. Eine Ferienwohnung an der Ostsee rechtfertigt keine täglichen Strecken nach Berlin oder Dresden! Für die Berechnung zählt immer die kürzeste Straßenverbindung von dem Wohnsitz zur Arbeitsstätte.

Ausnahme:

Wenn es einen triftigen Grund für eine längere Strecke gibt, kann auch diese Entfernungspauschale anerkannt werden. Gründe können z.B. Zeitersparnis durch weniger Verkehr, angenehmere Fahrt aufgrund weniger Wartezeiten, kein Umsteigen, etc. bei öffentlichen Verkehrsmitteln oder ähnliche Gründe.

Wie viele Fahrten können in der Entfernungspauschale angesetzt werden?

Pro Arbeitstag wird eine Fahrt berechnet, d.h. pauschal hat ein Arbeitnehmer bei einer 5-Tagewoche 230 Fahrten zu seinem Arbeitsplatz, bzw. 280 Fahrten bei einer 6-Tagewoche. Grund für diese Zahl ist der Abzug von Urlaub, Feiertagen und Wochenenden. Für mehr Fahrten als diese müssen Nachweise für Mehrarbeit eingereicht werden. Diese muss der Arbeitgeber ausstellen.

Höchstbetrag der Entfernungspauschale

Der Höchstbetrag der Entfernungspauschale liegt bei Werbungskosten in Höhe von 4.500 Euro. Wer mehr steuerlich geltend machen will, muss nachweisen mit eigenem PKW oder Firmenwagen gefahren zu sein. Wird der PKW nur für Teilstrecken genutzt kann nur entweder die Entfernungspauschale oder alternativ die wirklich entstandenen Kosten geltend gemacht werden.

Fahrgemeinschaften

Bei Fahrgemeinschaften kann jeder Mitfahrer trotzdem die volle Entfernungspauschale geltend machen. Umwege, die für diese Fahrgemeinschaft nötig sind, werden dabei allerdings nicht berücksichtigt. An Tagen, die man nicht selbst fährt, gilt die oben genannte Begrenzung von 4.500 Euro.

Sonderfall: Mehrere Arbeitgeber

Wer mehr als ein Dienstverhältnis hat, kann alle Wege angeben, die von der Wohnung aus starten.

Beispiel:

Wer in einem Job A von 9-13 Uhr arbeitet, dann nach Hause fährt und nachmittags noch in Job B von 17-20 Uhr arbeitet, kann jeweils den ersten Weg zur Arbeit geltend machen. Wer allerdings nicht zwischenzeitlich zur Wohnung zurückfährt, kann dennoch die beiden Strecken addieren. Die zur Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung beträgt in diesem Fall aber maximal die Hälfte der Gesamtstrecke.

Entfernung von der Wohnung zu Job A: 40 km
Entfernung von Job A zu Job B: 10 km
Entfernung von Job B zur Wohnung: 36 km
Täglich zurückgelegte Strecke: 40km + 10km + 36km = 86km
Entfernung zwischen der Wohnung und den Arbeitsstätten: 40km + 35km = 75 km.
Diese 75km sind mehr als die Hälfte der Gesamtentfernung. Diese beträgt nur 86km/2= 43km.
Nur diese 43 km können zur Ermittlung der Entfernungspauschale angesetzt werden.

Arbeitgeberzuschüsse

Sollte der Arbeitgeber steuerfreie oder pauschal versteuerte Zuschüsse zahlen, müssen diese auf die Entfernungspauschale mit angerechnet werden.

Sonstige über die Entfernungspauschale absetzbare Kosten?
Bei behinderten Arbeitnehmern (mindestens 70 Prozent oder 50 Prozent mit Gehbehinderung der Kennzeichnung „G“ oder „aG) werden anstelle der Entfernungspauschale die tatsächlichen Aufwendungen für den Weg zwischen der eigenen Wohnung und der Arbeitsstätte abgesetzt. Dafür muss die tatsächlich gefahrene Strecke angegeben werden. Alternativ können behinderte Arbeitgeber 0,60 Euro pro Kilometer in der Entfernungspauschale ansetzen. In diesem Fall sind keine Einzelnachweise nötig.